Ökologische Baubegleitung

Ökologische Baubegleitung ist ein Prozess, der während Bauprojekten angewendet wird, um sicherzustellen, dass ökologische Belange und der Schutz der Natur angemessen berücksichtigt werden. Das Ziel ist die Minimierung negativer Umweltauswirkungen und die Förderung nachhaltiger Bauentwicklung.

Umweltbaubgleitung beim Glasfaserausbau einer Deutschen Bahn Strecke

Auf einer bestehenden Bahnstrecke in Brandenburg begleiten wir als Umweltbaubegleitung (UBB) den Ausbau einer neuen Glasfaserleitung und sorgen dafür, dass moderner Infrastrukturausbau und Naturschutz zusammenpassen. Entlang der Strecke wird eine Leitung verlegt, die wichtige Betriebs- und Sicherungsdaten für den Bahnverkehr überträgt und damit die Grundlage für einen zukunftsfähigen, stabilen und sicheren Betrieb bildet. Das Kabel wird überwiegend in vorhandene Kabelkanäle eingezogen oder in einem flachen Kabelgraben parallel zum Gleis verlegt, nur an einzelnen Punkten sind größere Erdarbeiten notwendig, etwa für Schächte, Übergänge oder Technikschränke. Auch wenn sich die Arbeiten in erster Linie auf bestehende Bahnflächen konzentrieren, verlaufen sie doch durch Böschungen mit Gras, Sträuchern, Einzelbäumen und anderen Strukturen, in denen geschützte Arten leben können – zum Beispiel Ameisen, Reptilien, Amphibien oder kleine Säugetiere. Genau hier setzt unsere Umweltbaubegleitung an.
Bei allen Bauarbeiten gelten strenge Vorgaben des Natur- und Artenschutzrechts. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass diese Vorgaben auf der Baustelle tatsächlich eingehalten werden. Wir achten darauf, dass geschützte Arten nicht verletzt und ihre Lebensstätten nicht zerstört werden, dass Bäume und Gehölze möglichst unbeschädigt bleiben und dass offene Gräben oder Baugruben nicht zur Falle für Tiere werden. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass die Auflagen der Behörden fachgerecht umgesetzt und nachvollziehbar dokumentiert werden. So schlagen wir die Brücke zwischen Planung, Baupraxis und Umweltbelangen und ermöglichen einen reibungslosen Bauablauf, ohne den Natur- und Artenschutz aus dem Blick zu verlieren.

Konkret bedeutet das: Bevor in einem Abschnitt gebaut wird, begehen wir gemeinsam mit der Baufirma das Baufeld. Wir prüfen, ob Hinweise auf geschützte Arten oder sensible Lebensräume vorhanden sind, ob Bereiche ausgespart oder zusätzlich gesichert werden müssen und ob alle geplanten Arbeiten mit den Naturschutzauflagen vereinbar sind. Erst wenn diese Punkte geklärt sind und notwendige Schutzmaßnahmen umgesetzt wurden, geben wir den Abschnitt für die Bauarbeiten frei. Im Rahmen unserer Begehungen suchen wir gezielt nach Strukturen, die für Tiere wichtig sind – etwa Ameisennester, Reptilien- und Amphibienverstecke, Totholz oder Erdwälle. Werden solche Strukturen gefunden, werden sie markiert, geschützt und die Arbeitsweise angepasst, zum Beispiel durch verkleinerte Baufelder, veränderte Fahrwege oder den Einsatz von Handschachtung.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Kontrolle von Kabelgräben und Schächten. Offene Gräben können für Kleintiere gefährlich werden, insbesondere wenn Wasser darin steht oder die Wände steil und glatt sind. Wir kontrollieren regelmäßig, ob Gräben und Schächte so gesichert sind, dass keine Tiere hineinfallen, ob Ausstiegshilfen vorhanden sind und ob Bereiche, die über Nacht offen bleiben müssen, entsprechend gesichert sind. So stellen wir sicher, dass bauzeitliche Strukturen nicht ungewollt zu Fallen werden. Gleichzeitig behalten wir die Bäume entlang der Trasse im Blick. Sie sind wertvolle Lebensräume und prägen das Landschaftsbild. Wo Kabelgräben in Stammnähe verlaufen, achten wir besonders auf eine schonende Bauweise, den Schutz stärkerer Wurzeln und ausreichende Abstände. Unser Ziel ist es, Eingriffe in den Wurzelraum auf das technisch notwendige Minimum zu reduzieren und die Vitalität und Standfestigkeit der Bäume langfristig zu erhalten.

Alle Begehungen, Funde und Maßnahmen dokumentieren wir in Protokollen und mit Fotodokumentation. Diese Dokumentation schafft Transparenz für Auftraggeber, Behörden und Bauunternehmen, belegt die Einhaltung von Auflagen und hilft, den Bauablauf auch im Nachhinein nachvollziehbar darzustellen. Parallel dazu beraten wir die Bauleitung zu umweltrelevanten Fragen – von der Vegetationspflege über Bauzeiten und Arbeitsweisen bis hin zur Wiederherstellung der Flächen nach Abschluss der Arbeiten. Wir verstehen uns als „Übersetzer“ zwischen den Anforderungen des Natur- und Artenschutzes und den praktischen Erfordernissen auf der Baustelle und unterstützen alle Beteiligten dabei, Konflikte frühzeitig zu erkennen und pragmatische, rechtssichere Lösungen zu finden.

Mit unserer Umweltbaubegleitung sorgen wir dafür, dass der Ausbau moderner Infrastruktur im Einklang mit Natur und Landschaft stattfindet. Wenn Sie für Ihr eigenes Bau- oder Infrastrukturprojekt eine unabhängige, fachkundige Umweltbaubegleitung suchen, begleiten wir Sie gerne von der Planung bis zur Fertigstellung – damit Technik und Natur im Gleichgewicht bleiben.