Eingehende Untersuchung

Eingehende Untersuchungen sind gründliche Analysen von Bäumen, um ihren Gesundheitszustand, ihre Struktur, ihr Wurzelsystem und ihre Umgebung zu bewerten. Diese Untersuchungen dienen dazu, gezielte Pflegepläne zu entwickeln, potenzielle Risiken zu identifizieren und den langfristigen Erhalt des Baumbestands zu sichern.

Zugversuch an einer Robinie im Straßenbereich

Für eine Stadt in Bayern wurden wir mit der eingehenden Untersuchung einer Robinie beauftragt, die direkt über einem Fußweg und an einer Straße steht. Der rund 17m hohe Baum liegt in einem Bereich mit hoher Sicherheitserwartung; die vorangegangene Baumkontrolle hatte eine Prüfung der Standsicherheit gefordert. Ziel unseres Einsatzes war es, die Standsicherheit des Baumes zu bewerten und mögliche Vorschädigungen im Holz gezielt zu verifizieren – mit klaren, nachvollziehbaren Ergebnissen für die Entscheidungsträger:innen.

Kern der Untersuchung war ein Zugversuch. Dabei wird der Baum kontrolliert und kurzfristig mit einer genau definierten Zugkraft belastet, die Windlasten nachbildet, ohne den Baum zu schädigen. Hochauflösende Sensoren erfassen die Neigung am Stammfuß sowie die Verformung des Stamms. Aus diesen Messwerten lässt sich ableiten, wie Wurzelteller und Stamm unter Last reagieren und welche Sicherheitsreserven gegenüber maßgeblichen Windereignissen bestehen.

Zur Absicherung der Befunde haben wir eine Bohrwiderstandsmessung an ausgewählten Punkten durchgeführt. Dieses Verfahren zeichnet den Widerstand des Bohrers entlang einer feinen Messlinie auf und zeigt, wo intaktes Holz vorhanden ist und wo Beschädigungen, Fäule oder Hohlräume vorliegen.

Im Ergebnis erhielten wir ein belastbares Bild aus zwei Blickwinkeln: Der Zugversuch bewertete die Standsicherheit des Gesamtsystems „Wurzel–Stamm“ unter Last, die Bohrwiderstandsmessung prüfte punktuell die Holzqualität in kritischen Zonen. Alle Schritte wurden vor Ort abgesichert und dokumentiert – von der Einrichtung der Messstrecken über die Kalibrierung und Laststufen bis zu Diagrammen und Fotodokumentation. Auf dieser Grundlage formulierten wir eine klare, praxisnahe Empfehlung für den weiteren Umgang mit der Robinie: je nach Befund beispielsweise Erhalt mit festem Kontrollintervall, gezielte Kronenentlastung, temporäre Absperrmaßnahmen im Umfeld oder – nur bei fehlender Sicherheit – die Entnahme mit Ersatzpflanzung.

So erhält die Stadt eine nachvollziehbare, prüffeste Entscheidungsgrundlage. Für Anwohnende und Verkehrsteilnehmende bedeutet das ein Plus an Sicherheit; für den Baumbestand, dass Eingriffe auf das fachlich notwendige Maß beschränkt bleiben. Unsere Umweltbaubegleitung verbindet moderne Diagnostik mit einem schlanken, transparenten Prozess – vom Messaufbau bis zum Bericht.