Wurzel-Gutachten über die Möglichkeiten bei Wurzelschäden
In einer Wohnanlage in Berlin-Charlottenburg stand unsere Auftraggeberin vor einem typischen, aber heiklen Problem: Ein stattlicher Ahorn an der Grundstücksgrenze hatte mit seinen Wurzeln nach und nach die gepflasterte Einfahrt des Nachbargrundstücks angehoben. Die Folge waren deutliche Wölbungen und verschobene Steine – gut zu erkennen auf den Fotos, die im Rahmen der Ortsbegehung entstanden sind. Dadurch entstand eine konkrete Stolpergefahr, insbesondere beim Heraus- und Hineinschieben der Mülltonnen. Tatsächlich kam es bereits zu einem Unfall: Ein Mitarbeiter der Müllentsorgung stürzte und verletzte sich, der Schaden musste über die Haftpflichtversicherung reguliert werden.
Um solche Unfälle künftig zu vermeiden und gleichzeitig den wertvollen Baum zu erhalten, wurden wir als Sachverständigenbüro für Baum und Naturschutz beauftragt. Unsere Aufgabe: den Schaden fachlich einzuordnen, die Rolle des Wurzelwerks zu beurteilen und aufzuzeigen, welche Maßnahmen möglich, sinnvoll und rechtlich zulässig sind. Wichtig war dabei auch die besondere Situation: Der Baum ist ein Grenzbaum und gehört sowohl zur Wohnungseigentümergemeinschaft als auch zum betroffenen Nachbarn – eine Lösung musste also gemeinsam und kooperativ gefunden werden.
Im Gutachten haben wir zunächst den Baumstandort und die vorhandenen Wurzelschäden detailliert dokumentiert. Anhand der freigelegten Wurzeln in der Einfahrt ließ sich eindeutig nachweisen, dass das Wurzelwachstum des Ahorns die Pflasterfläche und Teile des Zaunmauerwerks angehoben hatte. Gleichzeitig haben wir geprüft, wie nah diese Wurzeln am statisch wichtigen Wurzelbereich des Baumes liegen und ob ein Rückschnitt ohne Beeinträchtigung der Standsicherheit möglich ist.
Darauf aufbauend zeigen wir in unserem Gutachten verschiedene Handlungsoptionen auf – von einem rein baulichen Neuaufbau der Einfahrt über gezielte Wurzelrückschnitte mit anschließendem Wurzelvorhang (Wurzelsperre) bis hin zu alternativen bautechnischen Lösungen. Wir bewerten, welche Variante wie stark in den Baum eingreift, mit welchen Kosten zu rechnen ist und welche Wirkung sie langfristig auf Sicherheit und Belagsstabilität hat. So erhalten Eigentümerinnen und Verwalterinnen eine verständliche Entscheidungsgrundlage, mit der sie gegenüber Nachbarn, Versicherung und Behörde abgesichert sind.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Wurzelrückschnitte sind in der Regel genehmigungspflichtig. Das zuständige Bezirksamt hatte daher ausdrücklich verlangt, dass vor einer Entscheidung ein fachliches Gutachten vorliegt, in dem Risiken, Alternativen und die Auswirkungen auf den Baum nachvollziehbar dargestellt werden. Genau diese Grundlage liefern wir – inklusive Empfehlungen zur schonenden Ausführung (Wurzelsuchschachtung, fachgerechte Schnittführung, geeigneter Unterbau) und der Möglichkeit einer begleitenden Umweltbaubegleitung während der Bauarbeiten.
Solche Fälle zeigen: Baumschutz und Verkehrssicherheit schließen sich nicht aus – man muss sie nur professionell zusammenbringen. Wenn auch auf Ihrem Grundstück Baumwurzeln Wege, Einfahrten oder Mauern schädigen oder es bereits zu einem Unfall gekommen ist, unterstützen wir Sie mit einem fundierten, unabhängigen Gutachten und praxisnahen Lösungen, die sowohl die Sicherheit der Nutzer*innen als auch den Erhalt Ihrer Bäume im Blick haben.