Ökologische Baubegleitung

Ökologische Baubegleitung ist ein Prozess, der während Bauprojekten angewendet wird, um sicherzustellen, dass ökologische Belange und der Schutz der Natur angemessen berücksichtigt werden. Das Ziel ist die Minimierung negativer Umweltauswirkungen und die Förderung nachhaltiger Bauentwicklung.

Wurzelsuchschachtung in Dahlem – gezielter Baumschutz vor Baubeginn

An der Königin-Luise-Straße 85 in Berlin ist eine Baumaßnahme geplant – gleichzeitig stehen dort gewachsene Bäume, die für Stadtklima, Straßenbild und Aufenthaltsqualität wichtig sind. Unsere Aufgabe war es, dafür zu sorgen, dass gebaut werden kann, ohne die Bäume unnötig zu gefährden – und dabei die Anforderungen des Umweltamtes zu erfüllen.

Dazu haben wir im Rahmen der Umweltbaubegleitung (UBB) eine Wurzelsuchschachtung durchgeführt. Konkret ging es in diesem Projekt nicht nur darum zu schauen, wo Wurzeln liegen, sondern vor allem darum, gezielte Wurzelrückschnitte vorzubereiten, damit die Wurzeln später im Bauprozess nicht unkontrolliert verletzt oder abgerissen werden. Gleichzeitig dient unser Gutachten als fachliche Grundlage, um die erforderliche Genehmigung des Umweltamtes für diese Eingriffe in den Wurzelraum zu erhalten.
Bei der Wurzelsuchschachtung wird der Boden im Bereich der geplanten Bauarbeiten (z.B. Leitungsgräben oder Fundamente) vorsichtig geöffnet. Die freigelegten Wurzeln werden dokumentiert: Lage, Tiefe, Durchmesser und Verlauf. Auf dieser Grundlage konnten wir mit unserem Gutachten beantworten:

– Welche Wurzeln sind tatsächlich im Baufeld vorhanden?
– Welche dieser Wurzeln wären von den Erdarbeiten betroffen?
– Ist ein Rückschnitt dieser Wurzeln fachlich vertretbar, ohne die Standsicherheit oder Vitalität des Baumes zu gefährden?

Erst wenn diese Fragen geklärt sind, können gezielte, kontrollierte Wurzelrückschnitte vorgenommen werden: in einem definierten Bereich, mit sauberen Schnittflächen und unter Einhaltung baumbiologischer Standards. So wird verhindert, dass spätere Aushubarbeiten Wurzeln ungünstig ausreißen oder zerquetschen – Schäden, die sich oft erst Jahre später in Form von Trockenschäden, Pilzbefall oder Vitalitätsverlust zeigen.

Unser Gutachten erfüllt dabei eine doppelte Funktion: Es hilft, den Bauablauf baumschonend zu planen, und es liefert zugleich dem Umweltamt eine transparente Entscheidungsgrundlage für die Genehmigung der notwendigen Eingriffe in den Wurzelraum – im Rahmen der geltenden Baumschutzregelungen.

Im Rahmen der UBB haben wir die Funde bewertet und Empfehlungen erarbeitet, wie sich die notwendigen Bauarbeiten und der Schutz der Bäume sinnvoll miteinander verbinden lassen. Dazu gehören zum Beispiel:

– Festlegung, welche Wurzeln vorab geschnitten werden dürfen oder müssen,
– Hinweise zu schonenden Arbeitsweisen im Wurzelbereich,
– ggf. Anpassungen von Trassenverlauf oder Gräbentiefe,
– sowie die verständliche Dokumentation für Bauherrschaft, ausführende Firmen und Behörden.

Der Sinn dieser Arbeit: Baumschutz vorausschauend statt reparierend. Durch frühzeitig geplante Wurzelschnitte im Rahmen der Wurzelsuchschachtung reduzieren wir das Risiko späterer Schäden deutlich, schaffen Planungssicherheit für das Bauvorhaben und unterstützen zugleich ein zügiges Genehmigungsverfahren beim Umweltamt.

Mit unserem Gutachten zur Wurzelsuchschachtung an der Königin-Luise-Straße zeigen wir, wie professionelle Umweltbaubegleitung funktioniert: Wir machen sichtbar, was im Boden verborgen ist, schaffen klare Entscheidungsgrundlagen für Behörden und Bauherrschaft und sorgen dafür, dass Bau und Baumschutz Hand in Hand gehen.

Wenn Sie ein Bauprojekt im Bestand mit Bäumen planen und wissen möchten, ob und wie Wurzelrückschnitte möglich, genehmigungsfähig und fachlich vertretbar sind, unterstützen wir Sie gerne – von der Untersuchung vor Ort bis zur fertigen Dokumentation für das Umweltamt.