Bohrwiederstandsmessung einer Linde auf einem Festivalgelände
Auf dem Festivalgelände „Waldfrieden“ in Stemwede trägt eine alte Linde gemeinsam mit einer zweiten Linde ein großes Baumhaus mit Podest – ein besonderer Ort, an dem sich während der Veranstaltungen bis zu 25 Menschen aufhalten. Unsere Aufgabe war es, diesen Baum so zu untersuchen, dass die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher gewährleistet bleibt, ohne den charaktervollen Altbaum unnötig zu gefährden. Auffällig waren unter anderem eine ältere Faulstelle am Stamm, bereits stark eingekürzte Kronenbereiche sowie zahlreiche Einbauten und Befestigungen für das Baumhaus.
Wir haben den Baum zunächst sorgfältig visuell beurteilt und anschließend mit speziellen Messgeräten untersucht. Dazu gehören sehr feine Bohrungen, mit denen sich der innere Zustand des Holzes prüfen lässt – also ob versteckte Fäulen vorliegen, die die Stabilität beeinträchtigen könnten. Ergänzend wurden Stammfuß und Wurzelanlauf, die Krone sowie alle relevanten Schadmerkmale dokumentiert. Das Ergebnis: Die Linde zeigt eine gute Vitalität, das Holz ist überwiegend intakt, eine tiefgreifende Kernfäule liegt nicht vor. Stand- und Bruchsicherheit des Baumes sind nach aktuellem Kenntnisstand gegeben, der Baum ist erhaltenswürdig und hat eine Lebenserwartung von deutlich über zehn Jahren.
Damit klare Verantwortlichkeiten bestehen, empfehlen wir zusätzlich eine statische Überprüfung des Baumhauses selbst durch einen Bauingenieurin, denn unser Gutachten bewertet ausschließlich den Baum. Für den weiteren Betrieb haben wir jährliche Baumkontrollen, eine schonende Kronenpflege und eine erneute eingehende Untersuchung in einigen Jahren vorgeschlagen. Dieses Projekt zeigt, wie wir kreativen Nutzungen wie Baumhäusern und Veranstaltungen mit professionellem Baumschutz verbinden: Wir schaffen Sicherheit für Betreiber und Gäste – und sorgen gleichzeitig dafür, dass wertvolle Altbäume noch viele Jahre erhalten bleiben.